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Boom-Boot
(Mini tug-Q1)

Ende 2018 tauchten in verschiedenen Modellbau-Zeitschriften Bauberichte für recht seltsam anmutende Boote auf. Manchmal Boom-Boot oder auch Dozer-Boot genannt, werden die Originale in Kanada und Alaska auf den Großen Flüssen zum Bugsieren schwimmender Baumstämme benutzt um das Flößen vorzubereiten und zu Unterstützen. Auf Youtube gibt es einige Videos der Vorbilder in Aktion und das bekannte Online-Auktionshaus bietet als Import aus Fernost günstig entsprechende Bausätze an.

Je nach Geldbeutel und Geduld kann man sich für die teurere Variante vom Versender in Deutschland (schneller) oder für die günstigere Variante direkt aus Asien (langsamer) entscheiden. Mein Bausatz kam für den Preis von knapp 40,00 € direkt aus China.

Mancher wird es als Nachteil empfinden, dass dem Bausatz keine Bauanleitung direkt beiliegt. Es gibt nur einen kleinen Zettel mit einem QR-Kode drauf. Dieser Kode führt schließlich zu einer chinesischen (?) Webseite auf der eine PDF mit der Bauanleitung dargestellt wird. Leider gelingt hier der Download nicht ohne Weiteres. Man muß sich schon etwas einfallen lassen, um die Info dann schließlich benutzerfreundlich ausdrucken zu können.

Die Qualität ist sehr gut. Es gibt sehr sauber lasergeschnittene Sperrholzteile und CNC-gefräste Plastteile. Einiges scheint auch aus dem 3D-Drucker zu kommen. Die Passgenauigkeit ist generell sehr gut. Enthalten im Bausatz sind ebenfalls der Motor mit Halterung, die Wellenanlage mit Schraube, das Kokerrohr mit Ruderwelle, Ruderhorn und Ruder sowie die Verbindung zum Servo.

Selbst eine kleine Helling zum Aufbau des Rumpfs liegt dem Bausatz bei. Die folgenden Bilder vom Aufbau des Rumpfs sind selbst erklärend, denke ich.

Das Stevenrohr ist eigentlich kein Rohr sondern ein Formteil aus Plast, das an den Enden jeweils eine Lagerbuchse eingepresst bekommt. Hier ist es schon mit Epox-Kleber in den Rumpf eingeklebt. Darüber ist ein stabiler Messingstab eingeleimt, der später noch passend abgewinkelt wird und dann als Schutz der Schraube wirkt.

Die Montage der Schraube ist für ein so kleines Modell wirklich SEHR robust geraten. Auf der Welle wird zuerst mit einer Inbus-Schraube ein Metallformteil befestigt, auf dem die Schraube mit einem Schlitz formschlüssig sitzt. Halt bekommt das Ganze am Ende der Welle mit einer selbsthemmenden M3-Mutter.

Das Kokerrohr für das Ruder ist sehr kurz. Hoffentlich gibt das keine Dichtheitsprobleme. Eingeklebt habe ich es wieder mit Epox um auf der sicheren Seite zu sein.

Hier sieht man die Geometrie zwischen Ruderwelle und Schutzbügel für die Schraube.

Der mitgelieferte 8V-Motor mit seiner Halterung und der starren Wellenkupplung. Diese erwies sich als untauglich. Es ist mir nicht gelungen, damit den Motor bei niedrigen Spannungen anlaufen zu lassen, obwohl ich wirklich auf exakte Ausrichtung von Wellenanlage und Motor geachtet hatte.

Hier sieht man am Motor die nun eingesetzte kardanische Kupplung. Übrigend war das Einsetzten des Decks nach dem Aufbau des Rumpf eine wahre Freude. Ich hatte mit Nacharbeit gerechnet, aber nichts dergleichen! das Deck passte saugend in den Rumpf, Klasse Arbeit der Konstrukteure!

Die Fensterrahmen wurden vor dem Einkleben mattschwarz gestrichen.

Scheiben und Rahmen sind in die Wandelemente geklebt. Auch das Armaturenbrett ist fertig.

Das Armaturenbrett war in seinen Konturen bereits gefräst und wurde nur mit Farbe ausgelegt. Die "Knüppel" sind zwei Stecknadeln von der Gattin.

Gummiringe helfen beim Kleben des Fahrstandes. Ich habe zuerst den hinteren Teil fertig gestellt. Der bereits im Deck verklebte Rand dient als Führung.

Hier kommt die "Nase" vorn an den Fahrstand.

Zur Innengestaltung habe ich ein Stück 1 mm Furnier entsprechend gebeizt und an die Rückwand und die Innenseiten der Türen geklebt

Die beiliegende Bodenplatte passte nicht wirklich und optisch machte sie auch nicht viel her.

Dieser neue Boden entstand aus 1,5 mm Sperrholz, die Linien wurden mit einem Laser eingebrannt.

Der "Skipper" entstand im 3D-Drucker aus einer Vorlage von Thingiverse (klick auf das Bild). In Meshmixer wurde dazu der rechte Arm modifiziert. Beim Druck musste unter diesen manuell eine stabile Stütze eingefügt werden. Die automatischen Supports reichten dafür nicht aus.

Das Steuerrad kommt ebenfalls aus dem Drucker, diesmal als eigener Entwurf.

Hier schiebe ich einen Abschnitt für die Beleuchtung des Modells mit ein, weil praktisch alle Komponenten im Fahrstand verbaut werden, bevor das Dach drauf kommt.

Das Bild zeigt den 3-Kanal RC-Schalter. Er ist eine Eigenentwicklung. Beim Klick auf das Bild geht es zu der entsprechenden Seite.
Ich schalte die Innenbeleuchtung der Kabine, die Positionsleuchten und einen Suchscheinwerfer.

Drei Phasen der Entstehung der Innenbeleuchtung. Sie entstand aus einem Streifen Lochrasterplatine. Darauf sitzen 5 SMD-LEDs mit je einem SMD-Vorwiderstand.
Das Ganze ist wegen Optik und besserer Reflexion weiss gestrichen. Ganz unten ein Eindruck von der Funktion.

Messung der Stromaufnahme der Innenbeleuchtung. Mit knapp 16 mA ist es der stärkste Verbraucher und hängt daher am entsprechenden Treiber-Ausgang des RC-Schalters.

Der Mast war durchgängig hohl. Daher war klar, dass dort ein Toplicht drauf musste.

Das Toplicht entstand aus zwei, Rücken an Rücken zusammen gelöteten SMD-LEDs. Hier eine Leuchtprobe.

Die Abdeckhaube des Toplichts besteht nur aus einem tropfen 2K-Epoxydharz-Kleber. Der Mast wurde Signalrot gespritzt.

Hier entstehen die Formteile für die Back- und Steuerbord-Leuchte im 3D-Drucker.

Alle Beleuchtungen sind montiert. Der Suchscheinwerfer war als Formteil schon komplett mit dabei. Der Innendurchmesser war exakt passend für eine 5 mm LED. Diesmal ist es ein "extra bright" Typ.

Das Einkleben der oberen Bordwand in die vorgefräste Nut auf dem Deck fand ich recht schwierig. Sie wollte einfach nicht in der Nut drin bleiben und brauchte massive Unterstützung durch Klebeband.

Das Innenleben habe ich eingebaut, bevor das Deck drauf kam. Ich finde die Serviceöffnung sehr klein für Installationen nachträglich. Vermutlich wird es später noch genug Probleme bei Service und Wartung durch die geringe Öffnung geben. Die winzige Luke über dem Ruder ist nur für optische Kontrolle zu gebrauchen. Das Ruderhorn ist sowieso festgelötet und der Steuerdraht lässt sich auch nicht mehr aushaken. Da kann man also praktisch nichts mehr ändern.

Hier wird die Scheuerleiste angeklebt. Auch diese wurde vorgebogen und braucht massive Unterstützung um in der richten Position zu sitzen.

Die Oberkante der Bordwand wird durch Gegenkleben dünner Plastleisten von innen verstärkt.

Die beiden Seitenpoller sollen eigentlich direkt oben auf der Bordwand sitzen. Ich habe das verändert und sie auf zusätzliche Stützen nach innen versetzt.

Mit Epox wird nun der massive Bugwulst angeklebt. Im Original ist das ein sehr wichtiges Teil weil es die ständigen Stöße des Boots gegen die schwimmenden Baumstämme abfangen muss.

 

 

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