Z-Spur in der "Zigarrenkiste"
oder
Die Modellbahn an der Wand

Es liegt in der Natur der Z-Spur, mit ihren 6,5 mm Spurweite, dass immer wieder Leute inspiriert werden, damit eine Modelleisenbahn in kleinste Behältnisse zu zwängen. So gibt es welche in Hutschachteln, Filmdosen, unter Käseglocken, in Schminkkoffern und auch in Zigarrenkisten.
So ein Zigarrenkistenlayout hatte ich irgendwann im Internet gesehen. Leider hatte ich keine passende Kiste. Als ich dann für meine "Stickfee" den Garnkasten gebaut habe, dachte ich, das wäre auch ein schönes Behältnis für eine Mini-Eisenbahn. Na klar sollte den Kasten aber ein zum Thema passendes Motiv schmücken. Als kurze Zeit später mein Stickwunder mit einer Vorlagenzeitung mit mehreren Lokomotiven ankam, war es entschieden.
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Und hier sitzt sie nun und stickt, und stickt, und stickt...
Nein Spaß beiseite, ich war anfangs wirklich so wahnsinnig und wollte
das Ding selbst sticken. Natürlich macht der Bastelfreak an seinem Projekt
möglichst alles selbst. Ja, die Grenze zwischen gesundem Selbstvertrauen
und Größenwahn scheint gleitend zu sein! Zum Glück hat meine
Frau mir die Stickerei nach kürzester Zeit aus der Hand genommen und es
lieber selbst gemacht. Ich wusste immer, es gibt Vorteile verheiratet zu sein.
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So sieht sie nun fertig aus. Ist sie nicht ein Prachtstück? Meine Stickfee ist eben ein Profi! Die Lok ist übrigens eine "American 4-4-0".
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Nun geht der Bau mit dem Zuschnitt der Deckelteile los. Mit der Gehrungssäge werden jeweils die beiden gleichen Teile zugleich geschnitten. Das sorgt für exakte Winkel.
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Erstes Zusammensetzen zeigt die Größenverhältnisse. Um von der Größe der Sticklok auf eine brauchbare Gesamtgröße der Kiste zu kommen, wurden recht breite Leisten verwendet.
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Hier wird der Rohdeckel zusammengeleimt. Da alles wirklich rechtwinklig ist, reicht ein Gummiband zum Fixieren beim Leimen.
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Mit dem Deltaschleifer wird nach dem Leimen das Ganze verschliffen, weil die Leisten nicht wirklich auf der ganzen Länge immer gleich dick sind. Dadurch ergeben sich an den Leimstellen Übergänge in der Höhe.
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Jetzt kommt mit der Oberfräse ein Viertelstabprofil außen an den Rahmen.
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Mit der Gehrungssäge werden aus schmalen Leisten, die ein Halbrundprofil haben, die Teile für die Rahmenabdeckung zugesägt.
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Vor dem Anleimen werden die Teile schon mal gebeizt (Leimstellen nehmen Beize schlecht an).
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Der Rahmen selbst ist auch schon im Farbton Mahagony gebeizt.
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Nun werden die Abdeckleisten aufgeleimt. Federklammern halten sie beim Trocknen in Position. Die Leisten stehen nach innen 5 mm über. Dadurch halten Sie später die Glasscheibe. Im Prinzip ist einfach ein Bilderrahmen entstanden.
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Die Zargenteile für Deckel (oben) und Unterteil sind zugeschnitten.
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Für das Unterteil wurde die Vorderwand noch auf die Hälfte schmaler gesägt. Der Grund wird später klar. Die Kästchen mit Kreuz markieren die Ausschnitte zum Zinken.
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Das Obere Zargenteil (Deckel) ist geleimt und wird mit zwei Winkeln und diversen Gewichten beim Trocknen fixiert.
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Die Deckelzarge ist nun gebeizt und wird auf die Deckelinnenseite geleimt.
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Die äußere Glasscheibe ist drin. Auch die Stickerei ist an ihrem Platz für die Ewigkeit. Zum Abschluß kam noch eine Presspappe drauf, die mit kleinen Nägelchen fixiert wird (ein Bilderrahmen eben).
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Das innere Bild füllt die ganze Zarge aus, ist also viel größer als die Stickerei. Damit es nicht hohl liegt wurde der Luftraum mit einer aktuellen Tageszeitung aufgefüllt (jawoll, wir haben für die Nachwelt unsere eigene Zeitkapsel eingebaut).
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Hier sind die vier Viertelstableisten zugeschnitten und gebeizt. Nun werden sie vor dem Einbau noch lackiert.
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Das Innenbild ist drin, die Glasscheibe auch. Jetzt werden die Abschlußleisten eingeleimt. Das Bild besteht aus 46 Briefmarken mit Dampflokomotiven aus aller Welt.
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Erstes Anpassen der Unterzarge.
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Beim Leimen der Unterzarge sitzt der fertige Deckel beschwert oben drauf. Die Zarge ist nach dem Deckel ausgerichtet. Dadurch passt später Alles.
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Die Unterzarge ist gebeizt.
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Hier wird der Boden aus Hartfaserplatte aufgeleimt und zusätzlich mit kleinen Nägeln fixiert.
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Als unterer Abschluß kommt eine Viertelstableiste von außen dran. Durch diese Leiste wird die Standfläche exakt so groß wie das äußere Deckelmaß. Dadurch kann man den Kasten später auch senkrecht stellen ohne dass er geneigt steht. Außerdem macht das einen schönen Abschluß nach unten.
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So sieht der untere Abschluß nun erst mal aus.
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Nun kommen wir zur schmaleren Frontseite. An dieser wird mit Scharnieren eine weitere Leiste angebracht. Wenn die hochgeklappt ist, ergibt sich die gleiche Höhe wie der Rest der Zarge. Wenn sie aber runter geklappt ist, erlaubt sie freie Sicht in das spätere Innere des Kastens. Auch die Bedienung der Anlage ist so einfacher. Das Einpassen kleiner Scharniere ist elender Fummelkram, muß aber leider sein.
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Vor dem befestigen der Scharniere wird noch nachgebeizt. Das "tarnt" kleine Ungenauigkeiten.
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Das ist bis jetzt ein Detail aus der Vorderansicht des Kastens.
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Innen, direkt an der Klappe, soll sich das Depot für die Fahrzeuge (links) und das Bedienfeld (rechts) befinden. Die obere Abdeckung entstand wieder einmal aus einer Lamelle vom Holzrollo. Die Ovale wurden mit der Laubsäge grob ausgeschnitten und mit dem Drehmel auf Maß geschliffen.
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Zur Aufnahme der Fahrzeuge habe ich aus Styropor ein Formteil angefertigt. Als spanlose "Säge" dient der bekannte heiße Widerstandsdraht.
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Das Formteil besteht aus zwei deckungsgleichen Teilen. Die Zarge ist so dick, wie die Fahrzeuge breit sind. Die Bodenplatte ist nur ca. 5 mm dick. Die Ovale wurden mit einem senkrecht gespannten heißen Draht ausgeschnitten. Dazu habe ich das Deckteil als Schablone drauf gelegt.
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Mit Holzkaltleim sind die beiden Styroporteile verleimt.
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Abschließend wird noch das Deckteil unter Druck aufgeleimt.
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So sieht das Ganze jetzt bei runtergeklappter Vorderseite aus.
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Der Kasten soll später auch an der Wand hängen können. Dafür bekommt er jetzt erst mal die entsprechenden Halterungen.
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Weiter geht es mit der Abdeckung für die Fahrzeuge. Die sollen ja nicht ungewollt aus den "Garagen" fallen können. Zuerst habe ich einen Streifen in der Breite der Fahrzeugaufnahme aus 2,5 mm dickem Akrylglas gebrochen. Das hört sich brutal an, geht aber recht gut (wenn man weiß wie). Das Material wird von beiden Seiten mehrfach mit einem scharfen Dorn geritzt. Dann wird es ein paar Milimeter von der Bruchkante fest eingespannt und beherzt gebrochen. Man braucht etwas Übung, aber dann bekommt man wirklich saubere Kanten hin.
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Hier wird die Länge angeritzt, um dann auch abgebrochen zu werden. Das Teil läßt sich durch Abziehen mit einer scharfen Klinge sehr gut entgraten.
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Damit das Teil im Kasten Halt hat und nicht verrutschen kann, bekommt es zur Kastenmitte hin zwei kleine Einschnitte, in die die Schäfte zweier Ziernägel gleiten.
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Zum besseren Greifen muß noch ein kleiner Griff dran. Den hab ich aus Messing gedreht. Das Material passt gut zu den Scharnieren, Ziernägeln, Halteketten usw. Von unten hat der Knopf ein M2 Gewinde. Er wird auf dem Deckel mit einer kurzen Senkschraube gehalten.
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So sieht der Deckel an seinem Platz aus. Er wird bei offener Klappe von vorn unter die Ziernägel geschoben, die um etwas mehr als die Glasstärke hochstehen. Wenn dann die vordere Kastenklappe zu ist, kann das Teil nirgends hin. Die beiden Ziernägel fixieren es zur Kastenmitte, nach oben und gegen seitliche Bewegung. Nach vorn wird es durch die Klappe blockiert.
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Jetzt ist das Bedienteil dran. Die Bilder oben sind wohl selbst erklärend.
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So sieht das Frontteil fertig aus.
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Weiter geht es mit der Öffnung für den Netzstecker, die im Kasten hinten links unten angebracht wurde. Netzstecker und Kabel sitzen direkt hinter diesem Loch und können bei Benutzung dort rausgezogen werden. Das Loch wurde mit 15 mm vorgebohrt (3 Löcher) und mit dem Dremel auf Maß gebracht. Zum Schluß wird wieder gebeizt.
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Hier entsteht die Abdeckklappe für die Netzanschlußöffnung.
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Die Klappe als Verschluß der Netzkabelöffnung ist montiert.
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Hier werden Auflagenleisten für die Grundplatte eingeleimt. Der Hohlraum unter der Platte ist etwa 23 mm hoch. Links ist die Abteilung für das Netzkabel zu sehen.
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Endlich wird's elektrisch! zur Stromversorgung kommt ein 8 V Printtrafo zum Einsatz. Da in der Höhe nur die erwähnten 23 mm zur Verfügung stehen, muß der Aufbau ziemlich flach gehalten werden. Die Verbindung zum Bedienteil erfolgt über ein 15-poliges Sub-D Kabel und ein 2-poliges Schalterkabel. Achtung: dieses Schalterkabel ist sorgfältig zu installieren, es führt 220 V!
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Teile der Elektronik: links der Netztrafo, in der Mitte die Gleichrichtung und Stabilisierung, rechts der Fahrregler mit Microprozessor (ATtiny 25).
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Der Trafo ist eine Printausführung, die ich leicht adaptiert habe, um sie hier einbauen zu können. Mit 8 V und 0,6 A ist er zwar von der Leistung etwas knapp aber leider ist für einen größeren kein Platz. Da wird mit zusätzlichen Verbrauchern gespart werden müssen. Wie man sieht, war leider trotz der geringen Größe ein Ausschnitt in der Grundplatte nötig.
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Der nach oben aus der Platte ragende Trafo soll als Hügel getarnt werden. Dazu wurde er erst mal gepolstert um die Konturen "hügelähnlich" zu machen. Dann kam dünne Haushaltsfolie drüber.
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Als dann die Grundplatte darauf kam, war es schon eher ein Hügel als ein Trafo.
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Mit Fetzen von Küchenhandtüchern und Weißleim wurdem mehrere Schichten darauf gepappt. Nach dem Trocknen konnte das Unterpolster samt Haushaltsfolie entfernt werden und der "Hügel" war fertig (na ja, im Prinzip).
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So wirklich wie ein Hügel sieht es noch nicht aus, aber das wird schon noch.
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Der Gleisplan sah zuerst eine liegende Acht vor. Das hab ich aber verworfen weil es eine Brücke nötig gemacht hätte. Dafür reichte die Höhe nicht. Ein einfaches Oval ist dann aber doch zu langweilig, also hab ich unter Verwendung einer Weiche und eines Entkupplungsgleises ein kleines Abzweiggleis eingebaut. Das erhöht hoffentlich den Spielwert etwas. Insgesamt wurden folgende Gleisteile benötigt: 1x gerade Weiche rechts, 1x Entkupplungsgleis, 2x Flexgleis 660 mm. Das Stück Abstellgleis fällt beim Flexgleis mit ab.
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Jetzt geht es an's Gleisbett. Das war erst mal ein Problem, weil ich nirgends den dünnen Kork finden konnte, den ich ursprünglich verwenden wollte. Irgendwann wollte ich dann nicht mehr suchen und habe einfach eine dünne Hartfaserplatte genommen. Damit ist die akustische Dämpfung zwar im Eimer aber was soll's.
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Ich hab den Gleisplan mit Winrail entworfen, auf A3 1:1 ausgedruckt, ausgeschnitten, auf die Faserplatte übertragen und dann auf beiden Seiten ca. 5 mm zugegeben. Nach dem Ausschneiden der Form wurden die Kanten außen und innen mit dem Dremel und der Schleifrolle ca. 45° angefast. Danach hab ich das Teil mit Weißleim auf die Grundplatte geklebt.
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Nun sind wir gleich ein paar Schritte weiter. Die dünne Grundplatte wurde für den Moment erst mal auf eine stabile Platte geschraubt, damit sie sich nicht verzieht. Dann hab ich sie dunkelgrün gespritzt, um später für die Landschaftsgestaltung eine Unterfarbe zu haben. Das Gleisbett wurde grau gefärbt als Grundlage für's Einschottern. Dann ging das Gleislegen los. Ich verwende zum Befestigen Sekundenkleber. Begonnen hab ich mit dem Abschnitt Weiche-Entkuppler-Abstellgleis. Mit dem Sekundenkleber geht das sehr einfach. Ein kleiner Topfen zwischen zwei Schwellen in Abständen von etwa 3 cm. Dann die Sektion beschweren und einen Moment warten. Rechts und links von der Weiche habe ich jeweils ein Flexgleis angesteckt. Damit es sich biegen läßt wurde im Bereich des Bogens auf einer Länge von 30 cm unter der Außenschiene die Plaste nach jeder zweiten Schwelle mit einem scharfen Cutter getrennt. Auf der Mitte der Gegengraden hab ich die Flexgleise mit Dremel und Trennscheibe getrennt und dann zusammengelötet.
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Hier ist nun der erste Probelauf auf dem Gleis zu sehen.
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Hier oben links ist ein gerade eingebautes Weichenschaltmodul von Conrad zu sehen. Es kann zwei Weichen schalten. Hier gibt es ja nur eine, daher ist der zweite Kanal noch für eine zusätzliche Funktion offen.
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Jetzt geht es langsam an die Landschaft. Zuerst hab ich eine Skizze gemacht, um die Verhältnisse zu sehen.
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Nun, wo die Landschaft im wesentlichen klar ist, geht es mit dem Bahnübergang los. Das Straßenniveau muß auf die Gleishöhe gebracht werden. Ich hab hier dünne Wellpappe verwendet.
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Auf der Unterseite habe ich an den Rändern um ca. 5 mm die Wellschicht entfernt. dadurch lassen sich die Ränder dann gut an den Untergrund angleichen.
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Der Feinangleich an das Bodenniveau erfolgt mit in Weißleim eingeweichten Papierschnipseln.
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Zwischendurch mal ein bischen Kleinkram: Das Dienstgebäude sollte eine Türlampe bekommen. Ich habe an eine gelbe SMD-LED der Bauform 603 zwei einzelne Drähtchen einer normalen Litze gelötet. Mit der dünnsten Nadel, die ich meiner Stickfee abbetteln konnte, hab ich dann zwei Löcher durch den Karton gedrückt. Die Nadel wäre eigentlich immer noch viel zu dick gewesen. Ich habe also nur sehr vorsichtig die äußerste Spitze benutzt. Nach dem Durchstecken der bedrahteten LED, fixiert ein Tropfen Weißleim das Ganze. Mit dem feinsten Pinsel bekam die Lampe dann noch einen Anstrich mit Silberfarbe.
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Bei der Gelegenheit zeige ich gleich mal einige Bilder von der Beleuchtung, auch wenn es ein Vorgriff im Bauablauf ist. Links sieht man das eben beschriebene Türlicht am Dienstgebäude. Rechts danaben Die Doppelleuchte auf dem Bahnhofsplatz. Im Hintergrund ist das erleuchtete Kichenfenster über dem Eingangsportal zu sehen.
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Hier sieht man die Straßenleuchte vor dem Bauernhaus. Obwohl diese LEDs nicht sehr sparsam im Stromverbrauch sind, mag ich das Licht, das sie spenden. Durch den geringen Öffnungswinkel von nur 7 Grad entsteht außerdem dieser sehr schöne Lichtkreis auf dem Boden.
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Das hier sind die Seitenfenster der Kirche. Sie ist das einzige
Gebäude mit Innenbeleuchtung. Zwei weiße, normalerweise sehr helle
LEDs, sind hier so schwach eingestellt, daß das Licht gerade realistisch
erscheint.
Übrigens sind alle Kirchenfenster Kopien von real existierenden Fenstern.
Im Internet gefunden, bearbeitet und auf die richtige Größe gebracht,
habe ich sie auf transparenter Laserjet-Folie gedruckt.
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Inzwischen habe ich endlich auch passenden samtartigen Stoff aufgetrieben (meiner Stickfee abgespenstigt). Jetzt werden erst mal die Fächer für das rollende Material mit Hilfe von doppelseitigem Klebeband damit ausgekleidet.
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Das ist jetzt ein ziemlich großer Sprung. Die Straße und alle Pflaster sind schon gelegt, die Lampen stehen. Die Gebäude sind, bis auf die Kirche, ebenfalls schon angeklebt. Die Bedienelemente haben Beschriftungen bekommen. Die Klarsichtabdeckung bekam runde Enden und ihr Knopf wurde mit einer Vertiefung verziert. Von den dazu nötigen Arbeitsgängen habe ich im Eifer des Gefechts leider vergessen, Fotos zu machen.
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Wie auf den Bildern weiter oben schon zu sehen war, gibt es auch einen Prellbock. In dieser Kiste ist ja soviel wie möglich Eigenbau, da kam der ewige Märklin Standardbock nicht in Frage. Ich gebe zu, daß die verwendeten Streichhölzer im Querschnitt etwas heftig sind. Die Farbe stimmte erst auch nicht wirklich. Nach etwas Nachfärben und dem Einschottern sieht das Ergebnis aber schon ganz ansprechend aus. Wenn er erst mal noch mit Unkraut bewachsen ist, wird's hoffentlich gehen.
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Jetzt wird es wirklich ernst, es geht an's Einschottern. Ich hab das vor mir her geschoben, weil ich ziemlichen Respekt davor hatte. Nun geht es also an den ersten Versuch. Eine Probeschiene ist auf meine Testpappe geklebt und aus Karton hab ich eine kleine Schütte für den Schotter gefaltet. Ein altes Foto geht dafür prima. Der verwendete Schotter ist Basalt dunkelgrau in der Körnung 0,2-0,6 mm.
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Die Technologie ist einfach. Der Schotter wird trocken mit der Schütte verteilt und mit einem feinen Pinsel in die endgültige Form "gepinselt". Dann wird mit einer Sprühflasche ein feiner Nebel entspanntes Wasser (Wasser + 1 Tropfen Spüli) draufgesprüht. Das sorgt dafür, daß sich der Kleber besser verteilt. Danach wird stark verdünnter Weißleim (z.B. Ponal) in kleinen Tropfen aufgetragen.
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Wenn der Leim trocknet, sieht das Ergebnis richtig gut aus. Ich war jedenfalls nach dem Versuch richtig begeistert.
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Nun geht es also tatsächlich an's Eingemachte. Erst mal muß ich die Papierhäuser mit Frischhaltefolie vor dem "Regen" schützen.
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Ganz gefährlich ist das Einschottern für Weichen und Entkuppler. Wenn irgendwas da rein kommt, ist Schluß mit lustig. Also wird hier extra gut gesichert.
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Nach dem Einnebeln mit Spüliwasser sieht's echt schlimm aus aber jetzt müssen wir da durch.
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Jetzt kommt die Spritze mit dem verdünnten Weißleim zum Einsatz. Da ist übrigens auch ein Spülizusatz drin. Wie man sieht, verteilt sich der Kleber dadurch schön. Man muß nur aufpassen, wo man hintropft. Es sollte möglichst nur auf den Schotter, nicht auf die Schwellen und schon gar nicht auf die Schienen gehen.
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So sehen jetzt die ersten 10 cm geschottertes Gleis in der "Zigarrenkiste" aus.
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Nach dem Trocknen des Schotters muss unbedingt loses Material gründlich entfernt werden. Wenn sich einzelne Steinchen selbständig machen und in den Weichenmechanismus fallen, gibt es sonst Ärger. Dieser Staubsaugerzusatz, der mal zum Säubern von Computern vertrieben wurde, leistet dafür gute Dienste.
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Jetzt ist endlich das Gleisbett komplett geschottert. Der Winter geht nun langsam vorbei und damit wandert die Eisenbahn bis auf Weiteres in das Sommerlager an die Wand. Jetzt soll es erst mal mit dem Mopedprojekt weitergehen.
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