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Walter

Das hier wird ein Baubericht der etwas anderen Art, soviel kann ich schon mal versprechen. Beim Einkauf mit der Gattin im häuslichen Supermarkt stand im Spielzeugregal dieser Bausatz rum:

Generell mag ich SAR-Schiffe sehr und so ein niedliches kleines Seenot-Rettungsboot mit gerade mal 13cm Länge hat irgendwie was (dachte ich). In der Werkstatt lagen noch ein 40 MHz Empfänger, ein Linearservo und passender Fahrregler (alles in Micro-Größe) rum. Also wanderte das Teil in den Warenkorb!

Das Modell ist natürlich eigentlich ein reines Standmodell zum Vollstauben. Eine Ausrüstung zum Fahrmodell hat Revell nicht vorgesehen. Egal, erst mal wurde die mögliche Nutzlast des Rumpfs getestet. Ich bin auf maximal 25g gekommen, das ist natürlich sehr wenig. Aber ist es ZU wenig?

Die Haushaltswaage der Gattin misst auf das volle Gramm genau und zeigte für die komplette Empfangsanlage mit Motor und Batterie 11g. OK, da waren noch 14g Reserve, alles im grünen Bereich (dachte ich).

Entgegen der Bauanleitung kam nun erst mal ein großer ovaler Ausschnitt in's Deck um Platz für die Teile zu schaffen. Das spart ja auch etwas Gewicht. Das ausgeschnittene Material habe ich später z.B. für die Motorhalterung verwendet.

Die Decksaufbauten nehmen langsam Formen an und während sie trocknen, geht es mit dem Innenleben weiter.

Zwei Injektionskanülen, die fast Spielfrei ineinander passen fanden sich zufällig in der Bastelkiste. Das Bild hier oben zeigt die Dickere, die sowohl als Stevenrohr für die Motorwelle als auch als Kokerrohr für das Ruder dient.

Die beiden Bilder hier oben zeigen, wie ich mit einem Handbohrer ganz vorsichtig das Loch für das Stevenrohr in den Rumpf gebohrt habe. Im unteren Bild ist schön zu sehen, wie dünn schließlich die Wandung ist. Der Bohrer scheint sogar durch!

Hier oben zwei Bilder vom Bohren des Lochs für das Kokerrohr. Die dicke Kanüle ist mit der feinsten Trennscheibe des Drehmels schon in Steven- und Kokerrohr getrennt. Ich hatte da nur einen möglichen Versuch, weil ich tatsächlich nur eine einzige Kanüle hatte, die dick genug war.

Bei der Schraube war ich unsicher: Funktioniert das Spritzteil vielleicht sogar für den Antrieb, oder sollte ich lieber was anderes versuchen? Aber was? Eine so kleine passende Schraube hat man ja nicht einfach so rumliegen. Also hab ich schließlich doch die mitgelieferte mit dem Handbohrer "aufgebohrt". Das war noch kritischer als das Loch fürs Stevenrohr. Hier blieb kaum noch Material stehen! Ich hab zum Verkleben und auch Abdichten der Kanülen normalen, aber eingedickten Revell Plastik-Kleber benutzt. Dafür hab ich in eine kleine Flasche den Kleber und Plastereste gegeben. Das wird dann eine dickflüssige "Pampe", die recht gut funktioniert hat.

Das Bild zeigt den ursprünglich vorgesehenen Motor (Vibrationsalarm aus Uralt-Handy) und die Motorhalterung. Dieser Motortyp kam dann doch nicht zum Einsatz.

Das originale Ruder war dann aber wirklich nicht zu verwenden. Es war einfach zu dünn. Ich habe einen Streifen dünnes Weißblech um die (dünnere) Kanüle gefaltet, zusammen gelötet und danach mit dem Drehmel in die Form des Ruders geschliffen. da die Ruderachse innen hohl ist, kann von oben ein U-förmiger Federdraht als Ruderhorn eingeschoben werden. Der Draht ist ein wenig gekröpft und klemmt daher. Damit kann man das Ruder mechanisch in der Lage justieren.

Das Bild zeigt das Kokerrohr mit dem eingesteckten "Ruderhorn". Dahinter ist eine zusätzlich eingeklebte Stütze zum Spiegel zu erkennen. Links ist eine kleine Platte als Auflage für die Steuerstange vom Sevo zu sehen.

Hier wickle ich die Hülse an das Ende der Steuerstange, in die der andere Schenkel des "Ruderhorns" greift. Die Steuerstange besteht aus 0,8mm versilbertem Schaltdraht.

Hier wird der Motor in die Halterung geleimt. Unten im Bild ist noch der erste Motor zu sehen, der mir irgendwie zu schwach schien. Ich hatte von einem asiatischen Billig-Stubenflieger (der nie flog) noch den Motor liegen. Der ist um einiges stärker und kommt nun rein. Damit alles gut ausgerichtet ist, habe ich ein Netzteil dran und die Spannung so weit runter gedreht, daß der Motor gerade noch dreht. Natürlich ist die Welle schon dran. Durch die Klemme sitzt der Motor fest genug und kann so gerichtet werden, daß er am leichtesten läuft. In genau DER Lage kommt dann ein Tropfen "Klebepampe" an jede Seite.

Ansicht der Schraube und des Ruders.

Hier oben sieht man den Fahrregler eingeklebt und unterhalb des Motors zwei U-förmige Drahtkrampen, die den Linearservo fixieren sollen.

Das Video zeigt den ersten Test der Ruderansteuerung durch den Servo. Sorry für die nicht optimale Qualität. Mit einer Hand den Servotester und der anderen das Handy bedienen, kam wohl nicht so gut.

Hier liegt das Deck mal lose auf dem Rumpf und oben ist der LiPo zu sehen, der die Stromversorgung übernehmen soll.

Als Empfänger verwende ich diesen Typ. Oben im Original, wie er geliefert wird. Darunter ist er leicht abgespeckt. Die Steckverbinder für die vier Empfangskanäle sind weg, es gibt nur noch fest angelötete Leitungen.

Die rote Linie zeigt, wo der Drehmel mit der feinen Trennscheibe sich zu schaffen gemacht hat.

Die Klemmen fixieren die stark gekürzte Antenne beim Einkleben. Der Empfänger ist an seinem Platz und auf der winzige Lochrasterplatine sitzen die nötigen Verbindungspunkte für die Leitungen.

Zum ersten Mal ist alles zusammengeklemmt, nur ein Batterieschalter fehlt noch. Daher dient erst mal der Akkustecker als Schalter (geht natürlich gar nicht).

Das hier war der Moment als das ganze Projekt kippte! Zuerst das Positive:
Alles Wichtige ist dran (auch ein Schalter) und das Boot fährt tatsächlich recht passabel und lässt sich gut steuern. Sogar die Geschwindigkeit, die mit der originalen Schraube erreicht wird ist besser als erwartet.
Nun das Problem: ES IST ZU SCHWER! Ich hatte tatsächlich bei der ganzen Bastelei das Gewicht des Decks und vor allem der Aufbauten vergessen! So ein Mist!!! Ein kurzer Versuch zeigte klar, daß es keine Chance gibt, das Schiffchen mit den originalen Aufbauten zum Schwimmen zu bringen.

Soviel ist sicher, die SAR "Walter Rose" ist Geschichte! Die Frage ist, was kann aus dem Rumpf aber nun werden? Als erste Maßnahme wurde das Deck weiter abgespeckt, indem der gesamte untere Teil abgesägt wurde. Dadurch entstand ein viel größerer Ausschnitt, der freien Zugang nach innen erlaubt. Dadurch konnte das Deck fest aufgeklebt werden.

Hier ein Video, dass die Fahreigenschaften des Rumpfs ohne Aufbauten zeigt. Was nun daraus werden soll, muß ich erst mal sehen!

 

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