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3D-Druck
Ultimaker Original+ Umbau auf Dual-Fan

Der UMO+ hat serienmässig nur einen Lüfter, der von links gegen die Druckdüse bläst. Die Druckteile werden also ungleichmäßig gekühlt. Ganz besonders bei filigraneren Teilen habe ich im Lauf der Zeit bemerkt, das es speziell in den unteren Layern auf der rechten Seite manchmal Verformungen und Unsauberkeiten gibt. Das das in den unteren Layern besonders bemerkbar ist, liegt wohl an der Nähe zum beheizten Druckbett, das die Temperatur des Layers an der Stelle noch erhöht.

Die Lösung ist der Einbau eines zweiten Lüfters an der gegenüberliegenden Seite. Bei neueren Druckern macht Ultimaker das schon serienmäßig.
Im Netz geistern verschiedene Umbauvarianten herum. Ich habe mich für die Parallelschaltung eines zweiten identischen Lüfters entschieden. Bei der Suche nach dem Teil war die Bezeichnung "Ultimaker Print Head Fan 24VDC (#1512)" im Google-Suchfeld hilfreich und brachte schließlich dieses Teil zum Preis von gut 30 € auf meinen Schreibtisch:

Zur Montage des Lüfters braucht es ein zusätzliches Teil, das als Montageplattform und Luftkanal dient. Die Arbeit, sowas zu entwerfen hat uns schon ein anderer Druck-Enthusiast abgenommen. Unter dem Link: https://www.youmagine.com/designs/umo-extra-right-fan findet sich das Teil fertig zum Download und Ausdrucken.

Der Lüfter wird mit vier passenden M3 Schrauben vorsichtig auf das Teil geschraubt. Ich habe die Löcher vorher mit einem Gewindebohrer nachgeschnitten. das kann eventuell entfallen.

Im Netzt wird lang und breit diskutiert, ob man die beiden Lüfter einfach parallel schalten kann, ohne die Elektronik zu überlasten? Ich meine ja und will das im Folgenden auch begründen.

Das Bild hier oben zeigt die Messung der Stromaufnahme des Originallüfters bei 100% PWW. Er nimmt ca. 120mA auf. Der neu angelieferte Lüfter nahm an einem externen 24V Labornetzteil ebenfalls einen Strom in der Größenordnung auf. Der Gesamtstrom der Parallelschaltung wäre also ca. 250mA.

Das hier oben ist ein Auszug aus der Steuerplatine mit dem PWW-Ausgang des Lüfters. VCC/2 beträgt 24V. Diese 24V kommen direkt aus dem separaten Netzteil, das eine Leistung von 24V/220W hat. Es kann also mehr als 9A liefern. Da es auch einen zweiten Druckkopf mit Feedermotor steuern könnte, sind massig Stromreserven vorhanden.
Es bleibt natürlich der PWW-Steuertransistor T1 (BC817) zu betrachten. Hier seine maximal zulässigen Daten:

Da er laut Datenblatt mit max. 45V bei 500mA angegeben ist, werden ihm 24V und 250mV nichts ausmachen!

Hier ist alles montiert und verschaltet. Den Spiralschlauch hatte ich schon von unten abgewickelt und um die Stromaufnahme messen zu können auch das Lüfterkaben etwa 8 cm über dem Druckkopf gekappt. (Achtung! Unbedingt Drucker ausschalten!)
Das zusätzliche Lüfterkabel hab ich mit einem Hilfsdraht von der rechten hinteren Ecke unten durch den Druckkopf ebenfalls nach oben gefädelt. Dort sind die Kabel neu verlötet und gut isoliert. Dann das Spiralkabel wieder drum gewickelt und fertig ist.
Das Ergebnis ist eine deutliche Verbesserung der anfangs beschriebenen Probleme. Ich betreibe die Lüfter nun erst mal mit 80%. Da bleibt noch etwas Erfahrung zu sammeln.

Eventuelle Nachbesserungen:
Im rot markierten Bereich befindet sich ein Luftspalt zwischen dem schwarzen Plaste-Haltering und dem Sperrholz darunter. Dort werde ich noch mit Unterlegscheiben ausgleichen. Eventuell kommt dann auch oben über den Ring noch eine M3 Mutter, um ihn nach unten zu drücken.

 

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