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Sportboot "Skipper"

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Die Skipper hat auch ihre eigene kleine Geschichte. Ein Cousin von mir bekam vor vielen Jahren einen tschechischen Bausatz für ein Sportboot geschenkt. Die Teile waren aus ziemlich dünnem Termoplast tiefgezogen. Irgendwie wurde das Ding nicht fertig (oder ging wieder kaputt), jedenfalls lag es ungenutzt rum. Mir gefiel die Rumpfform und da hab ich ihm das Teil abgebettelt ;o)


Rumpf & Deck

Ich hab den Rumpf in einer Pappkiste mit Gips abgeformt und dann mit Epoxydharz und Glasfasermatten einen neuen festeren Rumpf geformt.

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Stevenrohr, Kokerrohr, Halterung für Empfänger, Servo und Motorhalterung kam auch noch in der ersten Bauwut rein. Das war's dann aber auch schon. Das angefangene Boot lag dann sage und schreibe von etwa 1988 bis 2001 ungenutzt rum. Nach mehreren Umzügen ist es mir bei irgendeiner Aufräumaktion wiedermal in die Hände gefallen. Da die alte Fernsteuerung auch noch da war, sollte es nun doch endlich fertig werden.

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Zuerst habe ich auf den Rumpf einen Ramen aus 2 mm Sperrholz als Träger für das Deck geklebt.

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Ich dachte erst, rot wäre eine gute Wahl für die Rumpffarbe. Nach einer ersten Probespritzung sah das aber doch fatal nach Spielzeug aus. Also fiel die Entscheidung doch wieder für einfaches Weiss.

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Damit das Boot nicht dauernd auf dem Tisch rumschlittert, mußte es erst mal einen Ständer kriegen.

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Hier greife ich dem Bauablauf etwas vor. das Bild zeigt aber schön die schnittige Rumpfform.

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Für das Deck habe ich Kiefernleisten teilweise mit Mahagonibeize gefärbt. Dann wurden die Leisten zusammen mit ungefärbten im entsprechenden Muster auf 2 mm Sperrholz geklebt. Danach sollte eigentlich das Deck vor dem ersten Lackieren absolut plan geschliffen werden. Das erwies sich als Reinfall. Ich hatte gedacht, die dünnen Holzleisten würden beim Einstreichen von allen Seiten die Beize total aufsaugen, so das selbst nachträgliches Schleifen den Farbton erhalten würde. Denkste!!! Jeder Tischler weiß natürlich, daß besonders Kiefer durch den Harzanteil Beize unregelmäßig annimmt. Das sieht nach dem Beizen noch recht gut aus. Wenn man allerdings anfängt zu schleifen, findet man schnell Stellen wo die Beize nur oberflächlich deckt. Das gibt beim Schleifen dann helle Stellen. Die Frage war: alles noch mal machen oder nur sehr vorsichtig schleifen und mit einem nicht ganz ebenen Deck leben? In dem Fall hat der Geiz gesiegt ;)

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Wieder ein Vorgriff im Bauablauf aber man sieht hier gut wie das Deck vor dem weiteren Ausbau aussieht.


Detail Ausbau

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Hier ist nun schon das Cockpit fertig. Alle Teile bis auf die LED und den Schalter sind Eigenbau. Der Schalter funktioniert als Hauptschalter, der die Batterie entweder an das Stromversorgungsmodul oder die Ladebuchse schaltet. Die drei LED dienen als Batteriekontrolle.

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Als kleinen Gag habe ich das Lenkrad an den Steuerservo gekoppelt. Beim Betätigen des Ruders über die Fernsteueranlage bewegt sich das Lenkrad synchron mit.

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Hier sieht man schon mal den Gesamteindruck von Cockpit und Frontscheibe. Die Frontscheibe hat mir mehr Mühe gemacht, als ursprünglich angenommen. Sie besteht aus 2mm Acrylglas. Die Rundung hab ich über der Wölbung eines größeren Edelstahl Kochtopfs mit einer Heißluft Pistole geformt. Das ging erst mal gründlich schief. Man braucht schon ziemlich genau die richtige Temperatur und Wärmeverteilung. Der dritte Versuch hat aber ein halbwegs brauchbares Ergebnis gebracht.

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Nun ist schon die Frontluke und auch ein Scheinwerfer eingebaut. Die Luke hat im Gegensatz zur Heckluke keine Scharniere, aber die selbe Art Verschluß. Hauptzweck der Luke ist Kontrolle des Motors und Zugang zur Ladebuchse. Der Scheinwerfer ist aus Messing gedreht, mit Griff und Halterung versehen und läßt sich horizontal 360 Grad schwenken. Leuchtmittel ist eine weiße 5mm LED mit einer Leuchtstärke von 5600 mcd. Ich hab solche LED das erste Mal eingesetzt und bin begeistert vom Effekt.

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Man sieht hier den Fahnenhalter und die Heckklappe mit Scharnieren und Verschluß. Die Scharniere sind aus Messingblech und sehr dünnem Messingrohr gelötet und mit winzigen Messingnägeln in vorgebohrten Löchern montiert. Der Verschluß ist identisch mit dem der Frontklappe. Ich hab zuerst eine Art Pilzform gedreht, dann durch beidseitiges Abfeilen die ovale Grifform geschaffen. Die Fahne ist hier erst mal nur ein Papierexemplar zur Probe.

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Hier ist die Unterseite der Verschlüsse zu sehen. Der Riegel wird von einer kleinen Zugfeder immer in Sperrichtung gehalten. Besonders die Frontluke kann sich also bei der Fahrt nicht selbständig machen.

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Der Einbau der Elektronik ist fast abgeschlossen. Es fehlen nur die beiden Digitalschalter für die Beleuchtung und Sirene. Es ist doch ganz schön eng geworden. Immerhin müssen noch die beiden Schalter und der Laufsprecher rein.

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Erster Badewannen-Schwimmtest. Na klar hat mein bester Freund Murphy wieder mal zugeschlagen. Das das Boot kopflastig ist, geht ja noch. Ich hoffe, es wird schon bei Normalfahrt weit genug aus dem Wasser gedrückt, um das auszugleichen. Allerdings hängt es links auch noch mächtig. der Empänger und Fahrregler sind auf der Seite doch um einiges schwerer als der Servo rechts.


Elektrische Schaltung und Komponenten

Blockschaltbild Skipper

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Die Verdrahtung und Funktion ist einfach. Es gibt nur eine Batterie, die aus 8 Stück NIMH AA Zellen 1,2V 1,3Ah besteht. Die 9,6V werden vom Hauptschalter an das Stromversorgungsmodul und die Verbraucher geschaltet. Das Stromversorgungsmodul stellt die 5V für den Empfänger bereit.


Stromversorgung

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Das Stromversorgungsmodul ist sehr einfach. Die eigentliche Stromversorgung besteht nur aus IC1 C1 und C2. Damit werden die 5V für den Empfänger erzeugt. Der Rest dient nur zur Spannungsanzeige. Der IC2 ist ein alter DDR Typ A277, der zur Ansteuerung von LED-Ketten diente. Durch Parallelschalten der Ausgänge 5-7 wird der grüne Bereich verbreitert. An Stelle einer LED hab ich an Pin 10 eine Schaltstufe gelegt, die bei Unterschreiten von 8,2V mit dem Relais die Sirene aktiviert. Man kann ja schließlich die niedlichen LED's auf dem Armaturenbrett vom Ufer aus nicht sehen ;)

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So sieht die Stromversorgungsplatte nach dem ersten Entwurf aus. Ich verwende Lochmaster 2.0 zum Planen solcher Platten. Man darf von dem Programm zwar keine Wunder erwarten, aber besonders beim Planen der Größe der Platten und der Platzverteilung der Bauelemente hat sich das Programm sehr bewährt.

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Das ist nun das Stromversorgungsmodul nach dem Aufbau.


Sirene

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Die Sirene ist ebenfalls sehr einfach. Alles diskret mit Standardbauteilen.

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Hier sieht man wieder die kleine Platte nach dem Aufbau.


Digitalschalter

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Dieser Schalter wird von Conrad Electronic als Bausatz mit der Nummer 23 47 70 und mit der Nummer 23 47 37 als fertiger Baustein angeboten. Für den Skipper hab ich mir zwei Bausätze schicken lassen, die nach dem Aufbau problemlos funktionierten.


Einige Mechanische Details

Instrumente & Armaturen

Das Armaturenbrett sollte einige Instrumente erhalten. Aus einem Ersatzteilkatalog habe ich die Seite mit passenden Einbauinstrumenten gescannt. Mit dem Photoshop auf das richtige Maß gebracht, wurden die Instrumente dann wieder ausgedruckt und in Plastik laminiert.

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links die gescannte Seite, rechts das Unnötige weggelöscht

Auf der Drehbank habe ich nach dem Schema unten kleine Messingringe gedreht. Die laminierten Skalen (grün dargestellt) sind eingeklebt und das ganze Instrument dann noch einmal sehr dünn lackiert.

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Hier sind die Instrumente vor dem Einbau im Größenvergleich zu einem Cent zu sehen.

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Zum Schluß wurden die drei Instrumente in stramme Bohrungen des Armaturenbretts eingeleimt.

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Mehr Fotos von Details

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