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- Anlasser rutscht durch / die "WD-40" Lösung -

Die hier beschriebene Lösung ist an anderen Stellen im Web mehrfach beschrieben worden.
Ich stelle hier lediglich meine eigene Umsetzung einer fremden Lösung vor.

 

Soweit ich weiß, haben sehr viele (wenn nicht alle) Tamiya Motoren mit E-Starter früher oder später das Problem, daß der Anlasser wirkungslos auf dem Kurbelwellenzapfen durchrutscht, ohne die Kurbelwelle zu drehen. Selbst Seilzugstarter sollen davon betroffen sein. Der Start ist dann fast unmöglich bzw. mutiert zu einem Zufallsspiel.

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Sicher ist, das das Durchrutschen mit dem Austreten von Kraftstoff am Wellenzapfen zu tun hat. Der Kraftstoff und das enthaltene Öl gelangen in das Einweglager und verursachen den Defekt. Aber was genau passiert da?

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Zum Verständnis erst mal zwei Bilder: oben ist das Zahnrad zu sehen, das auf dem Kurbelwellenzapfen sitzt. Im Innern des Zahnrades sitzt das Einweglager, das auf dem Bild unten zu sehen ist. Es ist ein Nadellager. Die Nadeln laufen in speziellen Sitzen, die in einer Drehrichtung weiter werden und in der anderen klemmen. Das Prinzip ist ähnlich wie beim Fahrradrücktritt. Wie kommt es aber nun dazu, daß der Leck-Kraftstoff das Lager am Blockieren hindert?

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Ich habe die genaue Ursache nicht definieren können. Im Web habe ich dazu zwei gegenteilige Meinungen gelesen.
Die Einen behaupten, das Öl aus dem Kraftstoff bewirkt eine zu starke Schmierung des Einweglagers, weswegen die Nadeln nicht mehr blockieren und das Lager durchdreht.
Die andere Fraktion nimmt an, das das Kraftstofföl in den Nadelsitzen verharzt (Motorhitze!). Dadurch verkleben die Nadeln in Ihren Sitzen und können sich nicht mehr frei bewegen, also auch nicht mehr blockieren.
Als Lösung wird von beiden Fraktionen das Spülen mit Kriechöl WD-40 empfohlen. Da diese Lösung nachweislich das Lager wieder zum Greifen bringt, beweist das nach meiner Meinung die "Verharzungstheorie". Wenn das Lager "überschmiert" wäre, würde noch mehr ÖL sicher nicht helfen. Wenn aber das Lager verharzt ist, kann Kriechöl durchaus das Problem lösen. Aber wie auch immer, diese Lösung mit WD-40 funktioniert jedenfalls!

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Hier sieht man das Zahnrad, das das Einweglager beherbergt. Links noch im Originalzustand, rechts hat es ein Loch bekommen, durch das später das Sprühöl in das Lager gesprüht werden kann.

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Hier ist ein Blick auf das durchbohrte Zahnrad aus der Motorsicht. Von hinten eingesprühtes Öl kann gut an die Nadeln des Lagers gelangen.

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Als Nächstes habe ich mir einen Anschlußnippel für den Spülschlauch gedreht. Der Außendurchmesser ist etwa 2,5mm. Die Länge ist so, daß ein Stück Kraftstoffschlauch sicher darauf steckt.

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Wer keine Gelegenheit zum Drehen hat, kann sich mit fertigen Teilen behelfen. Links oben ist eine Hohllagerbuchse von der Stoßdämpferbefestigung am TC zu sehen. In der Mitte ein normaler Beipack, den man oft beim Kauf von Servos findet. Darin liegen vier solcher Hohlnieten (rechts), die ebenfalls den Zweck erfüllen. Man muß dann eventuell nur einen dickeren Schlauch verwenden.

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In der Mitte der Abdeckung des Zahnrades wird ein Loch gebohrt, durch das die Hülse stramm passen soll.

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Dann kommt ein Tropfen Sekundenkleber darauf und der Schlauch wird aufgesteckt.

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Nach dem Wiedereinbau des Anlassers, habe ich den Schlauch noch mit einem Kabelbinder wie gezeigt befestigt. Eine Schraube verschließt den Schlauch.
Wenn jetzt der Anlasser durchdreht, einfach die Schraube raus, mit der langen Düse der WD-40 Sprayflasche eine kleine Dröhnung rein in das Lager und schon geht's wieder. Eventuell kann man einen gleichen Schlauchanschluß nach unten aus dem Anlassergehäuse führen, um überschüssiges Öl kontrolliert abzuführen.

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