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Vorläufer der DDR LTS-Boote

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M.A.S. Italien
G-5 UdSSR

In (2) werden als Beispiele für Vorläufer der DDR LTS-Boote die britischen CBM, italienische M.A.S., deutsche LS und sowjetische G5 genannt. Fakt ist, daß fast jede entwickelte Marine Versuche mit sehr leichten und sehr schnellen Motortorpedobooten gemacht hat. Außer den schon genannten könnten unter anderem noch nordamerikanische MTB oder finnische MTV genannt werden.

Aus der Liste der "Vorläufer" sollen hier nur zwei Typen etwas genauer vorgestellt werden.


M.A.S. Italien
(die Angaben sind mit freundlicher Genehmigung (11) und (12) entnommen)

Die Abkürzung M.A.S. steht nicht für einen bestimmten Bootstyp sondern für die Klasse. Es gibt tatsächlich für M.A.S. zwei gültige Entsprechungen:

"Motoscafi Armati Siluranti" = Bewaffnetes Torpedomotorboot
"Motoscafi Anti Sommergibili" = Anti U-Boot Motorboot

M.A.S die von Italien im 2. Weltkrieg eingesetzt wurden, hatten eine Verdrängung von 20 bis 28t und waren mit zwei 450mm Torpedos sowie einer 20mm Flak ausgerüstet. Die Geschwindigkeit betrug 45 Knoten.

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italienische M.A.S. beim Training

Allerdings gab es in Italien Versuche mit M.A.S. schon viel früher. Anfänglich wurden auf schnelle Sportmotorboote Torpedoabwurfvorrichtungen aufgebaut. In (11) werden unter anderem zwei frühe italienische M.A.S. gezeigt, die 1917 von Fratelli Livorno in Orlando als MAS 220 und MAS 221 gebaut wurden. Beide Boote wurden 1920 von Finland erworben und bekamen dort die Bezeichnung MTV 1, "Sisu" und MTV 2, "Hurja". Sie hatten je zwei 450mm Torpedos, die wie bei den meisten M.A.S. seitlich abgeworfen wurden. Die Geschwindigkeit betrug nur 25 Knoten.

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MAS 220 / MTV 1, Sisu

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MAS 221 / MTV 2, Hurja

Die Bauweise der Boote erwies sich aber für die finnischen Gewässer als nicht sehr geeignet. Sie erhielten bald den Spitznamen "Springbrunnen". Die Besatzungen waren nach jedem Einsatz total durchgeweicht. Trotzdem ist "Hurja" erst im Juni 1941 außerdienst gestellt worden. "Sisu" folgte im Frühjahr 1942.

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M.A.S. der 500er Klasse

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M.A.S. der 500er Klasse, 2.Serie

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hier sieht man die Verwandschaft zu Sportbooten

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M.A.S. 570, 1942

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M.A.S. 1941 im Mittelmeer


G5 UdSSR
(die Angaben sind (15) entnommen)

In den frühen 30er Jahren begann in der UdSSR die Massenproduktion der sogenannten Moskito Flotte, bestehend aus Aluminium Torpedobooten mit Geschwindigkeiten um 50-55 Knoten. Die Entwicklung erfolgte in den Büros des bekannten Flugzeugkonstrukteurs A. N. Tupolev. Die Prototypen waren mit 457mm Torpedos bestückt und erhielten die Bezeichnung Sh-4.
Die Entwicklung einer verbesserten Version war 1933 abgeschlossen. Sie erhielt die Bezeichnung G5 und war mit 533mm Torpedos bestückt. Insgesamt wurden über 200 Boote gebaut. Sie haben am Bürgerkrieg in Spanien, am 2. Weltkrieg und am Koreakrieg teilgenommen.
Wie auf den beiden ersten Bildern hier unten zu sehen ist, erinnert die Seitenansicht ein bischen an ein U-Boot. Die Torpedos wurden wie bei den DDR LTS Booten nach hinten, mit dem Kopf in Fahrtrichtung abgesetzt. das ist leider nur auf dem Titelbild des G5 Buchs zu erkennen.

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G5 Nummer 16, Nordmeerflotte, 1942

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G5 Baltische Flotte,1945

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G5 Serie 6

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TK-125, Baltische Flotte, beim Anlegen

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in einem rumänischen Hafen, Herbst 1944

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G5 in einem koreanischen Hafen, 1945

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Buchtitel eines Buches über G5 Boote das bei (15) bestellt werden kann.

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Dieser Plastmodellbausatz für ein 1:72 Modell kann ebenfalls bei (15) bezogen werden.

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