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Strickliesel

Ich war schon einige Zeit stolzer Besitzer dieser kleinen Drehbank und hatte auch das Metalldrehen schon beim Bau der Skipper ausgiebig probiert. Allerdings hatte ich bisher noch keine Gelegenheit den Holzdrechselzusatz zu testen. Da kam von der weiblichen Familienhälfte der Wunsch nach einer Wollkordel oder sowas ähnlichem. Damit sollten selbstgestrickte Handschuhe zusammengehalten werden. Mir fiel aus der Kinderzeit die gute alte Strickliesel ein. So'n Ding müßte man doch wohl einfach auf der neuen Dreh-Drechselbank machen können?

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Nun sehen ja Stricklieseln normalerweise eher so aus wie die drei Exemplare hier unten. Besonders die rechte ist so ziemlich die ultimative Herausforderung für den Hobbydrechsler ;o)

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Da sollte es doch schon eher etwas Besseres sein ;o) Ich hatte mir irgendwie einen Pilz in den Kopf gesetzt. Warscheinlich weil meine Oma früher immer einen Holzpilz zum Strümpfestopfen in ihrer Handarbeitskiste hatte.

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Hier ist also erst mal ein einfacher Entwurf, den ich mit MS PowerPoint gemacht habe.

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Die Materialbeschaffung gestaltet sich bei mir sehr einfach. Ich habe meinen eigenen Beschaffer in der Famile. Er heißt Bruno und ist unser Labrador Retriever ;o) Sein Hauptvergnügen ist, vom Gassigehen Holzknüppel mit nach Haus zu schleppen. Dieses Stück Pappel war auch dabei (das Werkstück ist schon abgeschnitten).

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Die Rohform ist schon fertig. Die neu dazu gekauften Drechselstähle waren leider längst nicht so scharf, wie sie aussahen :o( Sonst ging es aber schon sehr gut.

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Der Pilz ist hier schon mit feinem Sandpapier beschliffen. Das 8,0mm Loch in der Mitte habe ich übrigens vor dem Drechseln mit der Bohrmaschine gebohrt. Der Spindelstock der Drehbank hat nicht den nötigen Hub für die Länge.

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Das Bild zeigt die drei Stadien, in denen aus vier normalen Büroklammern die Wickelösen entstanden sind. Das Material ist 0,9mm dick. Ich habe mit 0,8mm die 8 Löcher in der gesamten Tiefe vorgebohrt. Die unterschiedliche Länge der Schenkel ist gewollt und erleichtet das Eindrücken in die Löcher.

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Nach dem Eindrücken der Ösen werden sie noch ausgerichtet und entsprechend gebogen. Dann ist der Pilz fertig zum Bemalen.

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Ich benutze Revell Farben und habe erst einmal mit weiß grundiert. Danach kam die richtige Bemalung drauf. Da konnte sich der Bonsai-Picasso so richtig austoben ;o)

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Fertig ist das gute Stück! Bevor jemand fragt: der Fliegendreck an der linken Seite soll eine Ameise sein! ;o)

Für alle, die nie mit so einer Strickliesel gearbeitet, oder es wieder vergessen haben, kommt hier noch eine kleine "Strickliesel Anleitung":

Maschenaufnahme:

lieselDer Faden wird von oben durch den Körper nach unten geführt, bis er weit genug raushängt. Dann wird er dem Schema links folgend, um die Ösen 1, 2, 3 und 4 gelegt. Von der 4 geht es dann zur 3 und zwar oberhalb des schon liegenden Fadens. Der untere, schon liegende Faden, wird nun über den oberen und die Öse nach innen gehoben und zum Loch hin fallengelassen. Das Selbe passiert dann an Öse 2, 4, 1 und dann wieder 3 usw, usw.

Die Nummern auf der Zeichnung beziehen sich also auf das Aufnehmen des Fadens, nicht die Reihenfolge beim Stricken!

lieselNach ein bis zwei Runden sollte es dann von oben etwa so aussehen, wie hier rechts zu sehen ist. was unten aus der Strickliesel raushängt, muß regelmäßig leicht straff gezogen werden.

Stricken:

lieselDas Bild links zeigt die Haltung der Finger. Daumen, Mittel- und Ringfinger halten den Körper. Der Zeigefinger führt und spannt die Wolle. Indem Daumen und Ringfinger den Körper beim Stricken entgegen dem Uhrzeigersinn drehen, wird die Wolle oben um die Haken im Uhrzeigersinn geführt (3,2,4,1), wie oben beschrieben.
Der untere, alte, Faden wird immer über den neuen, vom Zeigefiner geführten, Faden und die Öse nach hinten in das Loch abgeworfen. Dadurch wird der neue Faden automatisch zum unteren, alten, in der nächsen Runde.