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Ein HF-Verstärker
zum Kurzwellenempfang
(nach W7IUV, L.H. Molitar)

Als Bestandteil einer Antennenumschaltbox für den Kurzwellenempfang hatte ich einen kleinen HF-Verstärker gesucht und wurde bei W7IUV fündig. Leider funktioniert der Link auf seiner Seite im Moment nicht, aber dieses Design ist im Netz x-mal kopiert und modifiziert worden. Falls Interesse besteht, einfach nach dem Rufzeichen googeln. Die Bildersuche bietet dann alle möglichen Schaltungsvarianten und auch Leiterplattenentwürfe. Die Verstärkung liegt bei 20 dB über den Bereich von ca. 1-30 MHz. Die Stromaufnahme ohne Signal beträgt ca. 60 mA. Der Transistor entwickelt beträchtliche Wärme und braucht unbedingt einen Kühlkörper.

Für den Ringkern gibt es unterschiedliche Angaben. In einem früheren Design nutzte W7IUV den FT37-43 mit 10 Windungen bifilar. In der späteren Version war es dann FT50-75 (Amidon) mit 5 Wdg. Zur Wicklung meint er, bifilar wickeln wäre möglich aber nicht unbedingt nötig. Eine gleichsinnige Wicklung von 10 Wdg. mit Mittelanzapfung würde auch funktionieren. Ich habe den Kern FT50-77 von Reichelt verwendet.

Diese Leiterplatte (40 x 35 mm) basiert auch auf einem Foto aus dem Netz. Die Trennlinien entstehen mit dem Kugelfräser im Drehmel. Danach mit Spiritus verdünntes Kolophonium auftragen, trocknen lassen und fertig ist! Das ist natürlich Leiterplattenherstellung "für Arme", aber es erfüllt hier seinen Zweck.

Die Bestückung fängt mit dem Ringkern an. Unten die Mittelanzapfung, dann je 5 Windungen rechts- bzw. linksrum gewickelt. Die rechte Wicklung geht oben rechts an die "+12V" Fläche. Die linke Wicklung geht an die Kollektor Fläche. Ein Stück selbstklebende Isolierfolie schützt die Spule nach unten.

Die Platine ist fertig bestückt aber dem Transistor fehlt noch der Kühlkörper.

Der Transistor entwickelt im Betrieb eine nicht zu unterschätzende Wärme und ist mit dem Stern hoffentlich ausreichend gekühlt. Zum Test der Funktion soll nun Eingang und Ausgang mit 50 Ohm abgeschlossen werden und ohne Signal soll die Stromaufnahme bei 13,6 V Betriebsspannung etwa 75 mA betragen. Bei mir sind es nur gut 60 mA allerdings bei 12 V. Ohne Abschlußwiderstande an Ein- und Ausgang soll sich etwa der selbe Strom einstellen. Wenn nicht, schwingt die Schaltung eventuell.

Im Folgenden nun einige Screenshots vom Oszi. Meine Signalgenerator schafft zwar noch gerade so 10 MHz aber der Oszi gibt leider bei 5 MHz schon auf. Daher zeige ich hier nur die folgenden drei Messungen:

  
Eingang: 1 MHz / 0,6 mV     Ausgang: 8,6 mV

  
Eingang: 2,5 MHz / 0,5 mV     Ausgang: 9,1 mV

  
Eingang: 5 MHz / 0,5 mV     Ausgang: 8,8 mV

Die verwendeten Meßmittel sind keine Profiqualität und der Meßaufbau war sicher auch nicht optimal. Trotzdem bestätigt das Ergebnis die Verstärkung mit etwa 10-fach (20 dB). In meiner Antennenumschaltbox wird der Verstärker mit einem 2-poligen Kipp-Umschalter geschaltet. Eine Ebene schließt bei "Aus" Ein- und Ausgang kurz und überbrückt damit den Verstärker. Die Zweite Ebene schaltet bei "Ein" die Betriebsspannung zu.

Im praktischen Betrieb an meinem Tecsun S2000 bewirkt das Einschalten des Verstärkers ein deutliches Sinken des nervigen Kurzwellenrauschens. Das Nutzsignal wird zwar nicht hörbar lauter aber das Rauschen im Verhältnis geringer. Das Hören ist insgesamt deutlich angenehmer.

 

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