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Ein Garnkasten

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Wer viel stickt braucht auch viele verschiedene Garnsorten griffbereit, die alle möglichst übersichtlich aufbewahrt werden sollen. Es gibt von verschiedensten Anbietern für diesen Zweck teilweise ziemlich teure Kästen, die auch im Internet angeboten werden. Selbstbau ist da die billigere Alternative. Zumindest wenn man bereit ist, die notwendige Zeit zu investieren. Der Bau hat insgesamt zwei Tage (mit Unterbrechungen) gedauert.

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Die Kästen haben oft die Möglichkeit, den Deckel mit einem eigenen Stickbild zu versehen. Daher ist der Ausgangspunkt für meinen Kasten ein geeigneter, nicht zu kleiner Bilderrahmen. Dazu braucht man noch Scharniere, einen Verschluß und zur Deckelsicherung ein Stück dünne Kette.

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Als Material für den Unterkasten habe ich im Baumarkt eine 210cm lange Fichtenleiste gekauft, die 44mm breit und 12mm stark ist (siehe Aufkleber). Als Boden verwende ich 3mm Sperrholz.

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Hier noch mal die Kleinteile in Nahaufnahme. Das gibt es mit etwas Glück auch alles im Baumarkt. Da der Bilderrahmen teilweise Goldverzierungen hat, habe ich für die Kleinteile auch Messing bzw. Gold-Look genommen.

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Die Seitenteile sollen gezinkt werden, daher müssen sie genau auf die Seitenlänge des Bilderrahmens geschnitten werden. Damit die gegenüberliegenden Seiten exakt gleich lang sind, habe ich sie gleichzeitig in einem Arbeitsgang zugeschnitten.

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Die Seitenteile bekommen zur Aufnahme des Bodens eine Nut. Ich verwende eine, in einen Universaltisch eingespannte Handkreissäge, deren Sägeblatt so abgesenkt wird, daß nur eine etwa 4mm tiefe Nut gefräst wird. Das Sägeblatt ist aber für das 3mm Sperrholz des Bodens zu dünn, daher müssen nach dem ersten Schnitt alle vier Teile noch einmal mit leicht versetztem Anschlag gesägt werden.

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So sehen die Seitenteile nach dem Nuten aus.

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Nachdem zur Probe erst mal das Sperrholz in die Nut eines Seitenteils eingeschoben ist, zeigt sich im Vergleich mit einem leeren Garnkärtchen, daß die Tiefe des Kastens nicht ganz reicht. Das macht aber gar nichts, weil der Bilderrahmen-Deckel sowieso durch zusätzliche Leisten verstärkt werden sollte.

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Also werden erst mal aus dem übrigen Material der Korpus-Leiste vier 5mm starke Leisten geschnitten.

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Mit der Gehrungssäge bekommen die Leisten 45° Gehrungen und werden dann von unten an den äußeren Rand des Bilderrahmens geklebt. Durch diese zusätzlichen Leisten bekommt der Kasten die nötige innere Höhe und zusätzlich erhalten die Scharniere eine solidere Auflage.

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Beim Anzeichnen der Zapfen legt man am besten die zusammen gehörenden Seiten direkt aneinander und zieht die Linien durch. Das vermeidet Ungenauigkeiten.

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Ich habe die Zapfen mit der Dekupiersäge ausgeschnitten. Das geht natürlich auch mit der Handsäge und Stecheisen.

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Hier sind die Seitenteile probeweise schon mal zusammen gesteckt.

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Nachdem jetzt der Boden ausgemessen ist, wird er zugeschnitten und probeweise eingepaßt.

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Hier ist alles zusammen gesteckt, aber noch nicht geleimt.

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Wenn man beim Leimen nicht sauber arbeitet, kann man beim späteren Beizen Probleme bekommen. Das Holz nimmt an den Stellen die Beize schlechter oder gar nicht an. Um sicher zu gehen, habe ich die Seitenteile vor dem Leimen schon einmal vorgebeizt, danach wird geleimt.

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Für die Unterteilung der Fächer braucht man dünne, stabile Leisten. Hier hat mir der Zufall geholfen. Wir hatten für ein Fenster gerade eine Holzjalousie gekauft, die zu lang war. Die übrig gebliebenen Lamellen ergaben perfekte Trennwände. Anderes dünnes Material geht natürlich auch.

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Das Innenmaß des Kastens ergab sich aus dem Außenmaß des Bilderrahmens minus der doppelten Wandstärke des Kastens. Die Lamellen sind knappe 3mm stark. Daraus und aus den Maßen der Garnkärtchen ergab sich, daß wagerecht genau sieben Fächer Platz hatten. Senkrecht habe ich mich für vier Fächer entschieden. Die Trennwände werden nur wie ein Kamm ineinander gesteckt und brauchen nicht verleimt werden. Ich habe die einzelnen Wände mit Klebestreifen zum Päckchen zusammengeklebt und so mit der Dekupiersäge die Schlitze eingesägt. Eine normale Hand-Laubsäge tut es natürlich auch.

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Hier ist nach dem Entgraten das Gitter zusammengesteckt.

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Inzwischen ist die Verleimung des Kastens trocken und er wird das erste Mal verschliffen. Danach kommt noch einmal dünn Beize drauf.

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Auch die zusätzlichen Leisten des Deckels werden gebeizt. Der Farbton der Beize war in meinem Fall "Eiche-dunkel". Das erwies sich später nach dem Lackieren als gute Wahl. Der Farbton paßt prima zum Deckel.

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Nach dem Trocknen der Beize wird geschliffen, nachgebeizt, lackiert, geschliffen, lackiert und noch mal geschliffen. Hier ist der Deckel schon fertig.

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Der fertige Unterkasten, dessen Boden übrigens nicht gebeizt wurde.

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Das Gitter ist eingesteckt. Wenn man halbwegs genau arbeitet, sitzt es von selbst fest und muß nicht geleimt werden.

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Jetzt werden Deckel und Unterkasten durch die Scharniere verbunden. Danach werden zwei genau gleiche Kettenstücke abgeschnitten und an den richtigen Stellen mit goldfarbenen Polsternägeln befestigt. Hier sollte man genau arbeiten, damit beide Ketten die selbe Spannung haben, da sonst der Deckel ungleichmäßig belastet wird.

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Hier noch mal Nahaufnahmen vom Scharnier und Verschluß.

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Danach werden die Scheibe und Rückwand des Bilderrahmens wieder eingesetzt und fertig ist die Laube ;o) Nee, Moment! Unten habe ich noch selbstklebende Filzfüße aus dem Baumarkt dran geklebt.

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Hier ist nun das Stickbild im Rahmen eingesetzt, das die neue Besitzerin extra für diesen Zweck gestickt hat.

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Und nun kann das gute Stück endlich eingeräumt werden. Danach konnte man den Kommentar hören: "Mann da ist ja Platz für noch viel mehr Garn übrig!" ;o)

Na dann, viel Spaß beim Sticken!