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Ein Angel-Radio

In eine kleine Gerätekiste zum Angeln (auf englisch: tackle-box) sollte ein Radio integriert werden. Das hier ist die Umsetzung, die im Ergebnis entstanden ist.

Das hier ist die fertige Kiste, deren Baubericht hier eingesehen werden kann. Im Folgenden geht es nur um das eigentliche Radio.

Basis der Schaltung ist ein Si4703 Breakout-Board von Sparkfun. Es wird von einem Arduino Pro-Mini 3,3V gesteuert. Die Anzeige erfolgt auf OLED 128x64 (0.96").
Der NF-Verstärker arbeitet mit TDA7233 (wegen der unschlagbar niedrigen Betriebsspannung). Das Ganze wird aus einem 3,7 V / 1000 mA LiPo-Akku betrieben. Zum Laden gibt es ein LiPo-USB Lader (TP4056)

Die Steuerung erfolgt mit fünf Tastern. Zwei steuern die Lautstärke +/-. Zwei weitere steuern die Scan-Funktion up/down. Der fünfte Taster schaltet 10 vorprogrammierte Stationen jeweils weiter (immer im Kreis). Das Radio startet immer mit der selben "Home"-Station und der gleichen Standard Lautstärke.

Der Arduino-Code kann hier als ZIP heruntergeladen werden. Ich behaupte nicht, dass er fehlerfrei oder besonders clever programmiert ist, aber für mich funktioniert er. Einige Verbesserungen dazu habe ich aber schon im Kopf.

Das Modul ist das veraltete BOB-10344. Es gibt inzwischen kleinere (deutlich teurer).

Diese Module haben weder separate Audio-Ausgänge noch Antennen-Eingänge. Das alles passiert über die Ohrhörerbuchse. Als Auskopplung der NF (Mono) habe ich zwei 1k Widerstände direkt unten an das Board gelötet (oranges Kabel). Der Antenneneingang (rotes Kabel) liegt direkt am Masseanschluß des Ohrhörers, NICHT an der generellen Masse des Boards!

Hier ein Auszug aus der Schaltung des Si4703 Boards. Man sieht die Entkopplung der Masse der NF-Buchse von der generellen Masse (GND) durch L1 und C5. Antenne an GND bringt also gar nichts!

Ein erster Versuchsaufbau mit Direktbetrieb aus dem Netzteil. Der LiPo ist NICHT angeklemmt. Die Stromaufnahme ist 30 mA. Später mit NF-Verstärker und Lautsprecher beträgt sie etwa 50 mA.

Es gab insgesamt zwei verschiedene Aufbauten. Der erste war eher "quick & dirty" auf Lochrasterplatte. Zusammen mit schlechter Programmierung führte das offensichtlich zu ziemlich unstabiler Funktion. Das Programm blieb immer mal wieder hängen. Nachdem ich die Tastenabfragen geändert hatte und einen kompletten Neuaufbau auf dieser selbst geätzten Platine vorgenommen hatte, läuft es nun stabil.

Die neue Platine sitzt hier im Deckel der Kiste. Die Herausforderung war die geringe Tiefe! Insgesamt standen nur 22 mm zur Verfügung. 2 mm gingen noch für die Frontplatte davon ab. Daher hat die Platine den rechteckigen Ausschnitt, in dem der LiPo klebt. USB des Laders und Programmierleiste des Arduinos sitzen an der linken Kante und sind von außen zugänglich. Der Lautsprecher ist ein 32 Ohm Typ. Damit ist er nicht Standard aber er war der flachste mit der größten Membran, den ich auftreiben konnte. Der TDA7233 bringt damit zwar nicht seine volle Leistung, ist aber auf jeden Fall laut genug!

Es gibt auf den Modulen insgesamt drei LED, die Betriebsstände signalisieren: 1x grün auf dem Arduino, 1x rot (laden) und 1x blau (voll) auf dem USB-Lader. Um zusätzliche Installationen zu sparen, leite ich diese einfach optisch auf die Frontplatte weiter. Die klaren Polystyrol-Teile im Bild oben stammen als Abfall aus einem Modellbaukasten. Oben sieht man das Rohteil, darunter ein schon bearbeitetes. Die Unterseite ist plan geschliffen, die unnützen "Abzweige" sind entfernt und das Teil auf die richtige Länge gebracht. Für die drei LEDs werden insgesamt zwei solche Teile benötigt.

Ein Test auf dem Arduino. Noch ist der "Lichtleiter" zu lang.

Hier der Test auf dem USB-Lader. Die beiden LED sitzen so eng zusammen, dass ein einzelner Lichtleiter mit seiner breiten Unterseite reicht, um beide LED weiterzuleiten. Die kleine Leiste links im Bild simuliert die spätere Frontplatte, um die Länge der Lichtleiter zu definieren. Die Löcher in der Frontplatte sind stramm dimensioniert, so daß die Teile bei der Montage gut klemmen. Wenn die Frontplatte montiert ist habe ich die Leiter vorsichtig runter gedrückt, bis sie auf den LED aufsitzen. Dann die Platte nochmal ab und die Teile von innen mit der Frontplatte verklebt (NICHT auf die LEDs kleben!).

Hier oben eine kleine animierte Gif als Gag und um den Umschalteffekt zu zeigen.

 

Bei der Frontplatte durfte sich mein Laser wieder so richtig austoben. Wegen der recht begrenzten Arbeitsfläche muß man immer mal wieder neu positionieren, was nicht immer perfekt gelingt (siehe das Minus-Zeichen unter dem zweiten Knopf). Links die gebrannte Platte vor dem Beizen, rechts danach. Hinter dem Barsch sitzt am Ende der Lautsprecher.

Na klar habt ihr euch gefragt, wie das gehen soll? Wo ist das Lautsprechergitter? Die Antwort sind 0,6 mm Löcher in den Schuppen des Barschs. Man sieht sie von vorn beim flüchtigen Betrachten praktisch nicht. Ich hab die Platte hier als Beweis mal gegen die Sonne gehalten. Über die Wirksamkeit hatte ich erst Zweifen. Am Ende bin ich echt begeistert, was den optische Effekt und die akustische Wirksamkeit angeht. Alles richtig gemacht!

Abschließend ein Foto vom komplett fertigen Produkt.

 

 

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